Ein altes schwarz-weiß Foto zeigt meine Mutter auf dem Markusplatz in Venedig. Den Informationen, die auf der Rückseite notiert sind, entnehme ich, sie ist fünfzehn Jahre alt und mit einem Paar unterwegs, dessen Namen mir nichts sagen. Meine Mutter sieht älter aus als fünfzehn. Ihre Haare sind sorgfältig arrangiert, sie trägt ein helles Kleid mit
Ich lese gerade ein Buch von Ali Smith „Spring“ (Frühling). Eine mäandernde Erzählung, die Charaktere und Ereignisse in überraschender Weise verknüpft. Plötzlich taucht ein Schulmädchen auf, das in ein Gefängnis marschiert, in dem Flüchtlinge einsitzen. Also „Gefängnis“ und „einsitzen“ sind eigentlich nicht die richtigen Worte, die Flüchtlinge haben ja keine Verbrechen begangen, sie sind vor
Anstiftung zur Freude #129 Der Leiter des New York Zen Center for Contemplative Care, Koshin Paley Ellison, schreibt über Großzügigkeit nicht nur als Geste, wenn wir etwas übrig haben, das wir verschenken können, sondern als Geste des Vertrauens. Ich pflanze einen Samen im Vertrauen darauf, dass er aufgehen wird. Ich pflanze einen Samen im Vertrauen
Es ist still. So still es eben ist, wenn zwei hörende Ohren ins Spiel kommen. Die Heizung rauscht, ein Vogel ruft durchs geschlossene Fenster herein, die Kaffeetasse, die ich, ohne hinzuschauen, vom Schreibtisch hebe, schlägt sanft gegen den Wasserkrug. Macht ein Baum, der im Wald umfällt, ohne dass hörende Ohren zugegen wären, überhaupt ein Geräusch?
